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EIN BEITRAG ZUR GENETIK DER SPITZKAPPE UND DER RUNDKAPPE BEI RASSETAUBEN Academic research paper on "Chemical sciences"

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Academic research paper on topic "EIN BEITRAG ZUR GENETIK DER SPITZKAPPE UND DER RUNDKAPPE BEI RASSETAUBEN"

EIN BEITRAG ZUR GENETIK DER SPITZKAPPE UND DER RUNDKAPPE BEI RASSETAUBEN

VON ERIK SÖDERBERG STOCKHOLM

(Vorläufige Mitteilung)

IM Sommer 1925 begann ich eine Reihe von Untersuchungen über Vererbung bei Rassetauben. Aus Raummangel und ökonomischen Rücksichten sehe ich mich gezwungen, während einiger Jahre mit einer nur geringen Zahl von Versuchstieren zu arbeiten. Ich hatte jedoch schon in den letzten zwei Jahren gewisse Ergebnisse zu verzeichnen, die ich für wert halte, in einer kürzeren vorläufigen Mitteilung veröffentlicht zu werden. Dem Verwaltungsrat des Längmanschen Kulturfonds (Längmanska Kulturfonden) spreche ich hiermit für eine Geldunterstützung meinen wärmsten Dank aus.

SPITZKAPPE.

Die Felsentaube [Columba livia), die Stammutter unserer Hausund Rassetauben, und die Mehrzahl der Taubenrassen sind glatt-köpfig. Eine Menge anderer Rassen haben einen Kopfschmuck, der Spitzhaube genannt wird. Die Spitzhaube, auch Spitzkappe genannt, entsteht dadurch, dass ein Teil der Federn des Hinterkopfes und zuoberst am Halse in die Höhe wächst, wodurch ein Federschopf mit feiner Spitze entsteht, der über den Kopf vorragt. Diese Spitzhaube ist noch nie Gegenstand einer genetischen Untersuchung gewesen.

1925 paarte ich ein Weibchen des schwarzgeflügelten Kupfergimpels (spitzkappige Rasse) mit einem schwarzen Braunschweiger Bärt-chen (glattköpfige Rasse) und erhielt aus dieser Paarung, Paar I, 3 glattköpfige f1! -Individuen. Das Kupfergimpelweibchen wurde 1926 mit einem gelben Braunschweiger Bärtchen gepaart, Paar II, und zog 4 glattköpfige Junge auf. Eine Paarung zwischen einem weiblichen glattköpfigen Modeneser, der kleinsten Huhntaubenrasse, und einem Kupfergimpel, Paar III, ergab ebenfalls glattköpfige Junge, 3 an der

erik södebberg

Zahl. Spitzhaubenrassen mit glattköpfigen Rassen ergaben also 10 glattköpfige Nachkommen. Ein weibliches Fi-Individuum aus dem Gelege von Paar I wurde 1926 mit einem Kupfergimpel, Paar VI, gepaart und ergab eine Nachkommenschaft von 5 Individuen, nämlich 2 Junge mit Spitzkappen und 3 mit glattem Kopf. Die Spitzkappe ist wahrscheinlich einem einzigen Faktor zuzuschreiben, der dem normalen Allelomorph glatter Kopf gegenüber rezessiv ist.

RUNDKAPPE.

Die Rundkappe (oder Rundhaube) findet sich bei vielen Taubenrassen. Dieser Kopfschmuck wird hervorgerufen durch einen dicht

Fig. 1. a: Sächsische Schwalben-taube Ö- b: Kopf eines Kupfergimpels. c: t\ Spitzkappe xlRund-kappe.

unter dem Nackenteil befindlichen Wirbel, der alle Federn des Hinterkopfes in die Höhe hebt und über den Kopf nach vorn presst, so dass

ein beitrag zur genetik der spitzkappe und der rundkappe 365

sie diesem dicht anliegen. Die Haube endet auf jeder Seite in einen Wirbel oder einer Rosette hinter den Ohren. Christie und Wriedt (1923) fanden, dass beim norwegischen Petent die Rundkappe von einem Faktor abhängt und dass dieser sich zum Glattkopf rezessiv verhält. Meine Untersuchungen zeigen, dass die Rundkappe des schwedischen Tümmlers sich genetisch ebenso verhält wie diejenige des norwegischen Petents. Ein Weibchen des schwedischen Tümmlers, gepaart mit einem Braunschweiger Bärtchen, Paar IV, zeugte 4 glattköpfige Junge. Einer meiner Freunde, der Artilleriehauptmann John Lindner, erhielt aus einer Paarung schwedischer Tümmler X Englische Elster, die auch Magpie genannt wird, 4 Junge mit glatten Köpfen. In diesem Jahre paarte ich ein männliches Fi-Individuum aus dem Gelege des Paares IV mit einem schwedischen Tümmler, Paar V, und gezeugt wurden in einem Gelege 1 glattköpfiges Individuum und in einem zweiten Gelege 1 Individuum mit einer Rundkappe. Das zweite Ei jedes der beiden Gelege wurde nicht ausgebrütet. Die Rundkappe des schwedischen Tümmlers und des norwegischen Petents ist also abhängig von einem Faktor, und dieser verhält sich zum Glattkopf rezessiv.

SPITZKAPPE X RUNDKAPPE.

Ein weiblicher Kupfergimpel X eine rundkappige Sächsische voll-plattige Schwalbentaube, Paar VII, zeugten 6 rundkappige Junge (1926). Die Rundkappe scheint also über die Spitzkappe zu dominieren. Bei eingehenderem Studium der Literatur fand ich einen Aufsatz von T. H. Morgan (1911), in dem dieser über das Ergebnis einer Paarung zwischen einer weiblichen weissen Pfauentaube (glattköpfige Rasse) und einer Sächsischen vollplattigen Schwalbentaube berichtet. Alle 7 Junge waren mit Rundkappen versehen. Die Rundkappe der Schwalben-tauben scheint demnach auf einer (oder mehreren) zum Glattkopf und zur Spitzkappe dominant sich verhaltenden Anlage zu beruhen. Bei etlichen Taubenrassen finden wir also einen Kopfschmuck von identischem Aussehen, der Rundkappe genannt wird, der aber bei gewissen Rassen von einem Faktor bedingt wird, welcher sich zu dem allelomorph glatten Kopf, z. B. beim schwedischen Tümmler und beim norwegischen Petent, rezessiv verhält, und der bei den Schwalbentauben durch einen Faktor (oder durch mehreren Faktoren?) bedingt wird, der hinsichtlich des Glattkopfes und auch der Spitzkappe dominant zu sein scheint.

Stockholm, im November 1926.

erik söderberg

zitierte literatur.

1. Christie, W. und Wbiedt, Chr. 1923. Die Vererbung von Zeichnungen, Farben

und anderen Charakteren bei Tauben. — Zeitschr. f. ind. Abst.- und Vererb.-Lehre. 32.

2. Morgan, T. H. 1911. Notes on two crosses between different races of pigeons.

— Biological Bulletin 21.

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